die Monochrome
phänomenologie
des Seins
Diese Serie “Phänomen” ist in einen Zeitraum von 10 Monaten entstanden.
Jedes Bild fand mit der Leinwand am Boden seinen Anfang. Und wurde bis zur Bespannung des Keilrahmen fertiggestellt, bevor Ich ein neues begann.
Holz ein lebender organischer Organismus wird durch Feuer, zu Asche. Asche, ein Symbol der Zerstörung, des Vergehens und der Erinnerung.
Wird in Wasser aufgelöst, in jenem Medium was Leben bringt und formt. Diese zarte Suspension, ein Akt der Transformation, bildet die erste Schicht.
Die entstehende Mischung aus Grautönen und fluiden Strukturen dient der unberührte Leinwand, als eine eine Untermalung, die wie ein Erinnern an Vergänglichkeit die Basis für das Werden ist.Das Fundament für eine vielschichtige Komposition bildet.Ein Hauch von Acrylfarbe wird dieser Asche-Wasser-Alchemie hinzugefügt – ein zarter Eingriff, der die Transparenz verstärkt, ohne die Authentizität der ursprünglichen Materialität zu unterdrücken.
Die Elemente verbinden sich widerwillig, finden aber in diesem Widerstand einen neuen Ausdruck.
Diese fragile Balance aus natürlicher Flüchtigkeit und künstlicher Präzision ermöglicht es, die Formfindung intuitiv, spontan und Organisch zu gestalten. Mit intuitiver Geste wird diese Mischung aufgetragen, nicht als bloßer Farbauftrag, sondern als erster Atemzug eines werdenden Sein/Bildes. Nässe und Trocknung ein sich Wiederholender Prozess lassen die Werke wachsen.Materialien wie Kreide, Pigmente und Kohle kommen ins Spiel, sie begegnen einander, stoßen sich ab, verschmelzen. Schicht um Schicht entsteht eine Textur, die sowohl greifbar als auch immateriell erscheint.
Kreise, Rechtecke bis hin zum definierten Strich, sind ein leiser Nachruf der Gegenständlichkeit die sich schrittweiße in der Reduktion der Monochromie verlieren.
Jede Schicht erzählt von einem Moment, einer Bewegung, einem Gefühl, einem Gedanken, den der Künstler in unmittelbarer Verbindung mit dem Medium erlebt.In jedem Schritt wird die Bewegung der Hand von der Intensität des Moments geleitet, von Emotionen, die im Augenblick geboren werden.
Die Formfindung ist ein lebendiger Prozess, beeinflusst von der philosophischen Phänomenologie. Der Künstler wird zu einem Bewusstsein, das nicht von außen reflektiert, sondern im Inneren der momentanen Erfahrung wurzelt. Jede Linie, jede Fläche ist nicht nur ein sichtbares Ergebnis, sondern auch die Spur des Fühlens und Denkens, ein Erleben des Erscheinens und Vergehens. Das Werk ist nie statisch. Es ist ein Dialog zwischen der Materie und dem Geist, zwischen dem Flüchtigen der Asche und der Beständigkeit des Pigments.
So wird das Kunstwerk zum Phänomen selbst – ein Spiegel der gelebten und erlebten Welt, festgehalten in den sedimentierten Schichten des Augenblicks.
Die Monochromie des Seins.
Eine phänomenologische Annäherung an Abstraktion und Materialität
Eine Mischung aus Asche und Wasser – das alchemistische Element, ein Zeichen von Vergänglichkeit und Substanz. Asche, das Resultat von Feuer, ist das, was bleibt, wenn alles verbrannt ist. Wasser, der Ursprung des Lebens, umschließt diese Asche und gebiert einen neuen Anfang. Die Monochromie der Asche ist keine Monotonie, sondern ein universelles Feld von Möglichkeiten.
Diese graue Flüssigkeit, und die erste Berührung auf der Leinwand hinterlässt eine Spur, die weder Farbe noch Form ist. Hier geschieht ein Akt der Phänomenologie: Der Moment, in dem das Material sich selbst offenbart, bevor es in Bedeutung oder Symbolik aufgeht. Der Blick ruht nicht, auf einer Vorstellung oder Erwartung, sondern auf einer reinen Erscheinung – auf der Art, wie das Grau sich ausbreitet, die Textur aufnimmt und zurückgibt.
Ein sanftenr Hauch von Acrylfarbe – nur ein wenig, fast unmerklich. Ein Hauch von Blau, ein Flüstern von Ocker, ein Schatten von Rot. Es sind keine Farben in ihrer üblichen Funktion, sondern Gesten, die durch einen Monochrome Schleier hindurchscheinen. Das Spiel zwischen dem Aschgrau und diesen Andeutungen von Farbe wird zum Dialog: der Tiefe des Vergänglichen mit dem Eintreten des Ewigen.
Die Handwerkszeuge der Kontemplation. Kreide, Pigmente, Kohle, Pastellkreide. Jedes Material bringt seine eigene Geschichte mit sich, seinen eigenen Klang, seinen eigenen Widerstand. Kreide, die sich brüchig und staubig zeigt, fügt Linien hinzu, die zugleich präzise und flüchtig sind. Kohle, geboren aus verbranntem Holz, gibt dem Werk eine Tiefe und eine Gravität. Pigmente schimmern matt oder leuchten – Relikte aus Erde, Mineral und Stein. Pastellkreide trägt sanfte Übergänge ein, wie ein Hauch von Erinnerung, der sich auf die Oberfläche legt.
Das entstehende Gemälde ist keine Darstellung, keine Figur, kein Motiv. Es ist eine Begegnung.
In seiner Monochromie liegt ein Rückzug von der Ablenkung des Vielerlei. Das Grau – das eigentliche Herz der Komposition, ist das, was bleibt, wenn die Welt sich zurückzieht.
Doch dieses Grau ist lebendig. Es ist ein Raum, der zum Denken, Fühlen, Schauen einlädt.
Ein Raum, der die Abstraktion nicht als Abwesenheit des Konkreten versteht, sondern als Verdichtung aller möglichen Welten. Durch die Techniken der Schichtung und des Verwischens entstehen Räume, die sich wie Horizonte öffnen. Linien tauchen auf und verschwinden wieder, Spuren einer Geste, einer Bewegung, einer Berührung. Es ist ein Akt des Erlebens, der in die Zeit eingebettet und doch zeitlos ist, ein Tänzeln auf dem schmalen Grat zwischen Erscheinen und Vergehen.
Die Phänomenologie dieses Bildes zeigt sich in dem, was sichtbar wird und zugleich entgleitet.
Der Blick des Betrachters wird eingeladen, sich zu verlieren und wiederzufinden – nicht in einer äußeren Realität, sondern in der reinen Materialität und ihrer Offenbarung. Es ist keine bewusste Konstruktion, sondern ein philosophisches Werden, eine Verkörperung der phänomenologischen Erfahrung und des Moments.
In der Monochromie liegt ein philosophischer Gedanke: das Einswerden der Gegensätze. Asche und Farbe, Linie und Fläche, Licht und Dunkelheit. Abstraktion wird hier nicht als Verneinung des Realen verstanden, sondern als ein Sich-Öffnen für das Wesen des Seins selbst – roh, ungefiltert, strahlend in seiner Reduktion. Das fertige Werk ist nicht „fertig“ im herkömmlichen Sinne. Es atmet. Die Asche schimmert, die Kreide bricht, die Pigmente fangen Licht und Schatten. Es bleibt in einem Zustand des Werdens und Seins, ein lebendiger Prozess, der sich immer neu entfaltet im Blick dessen, der sich darauf einlässt. Und so steht das Bild da, eine Meditation über Vergänglichkeit, Materialität und das, was zwischen den Dingen liegt.
Lebendig, ein pulsierender Dialog zwischen Materie und Geist.
Es ist kein bloßes Objekt, sondern ein atmendes Phänomen, das die Welt um sich spiegelt – nicht wie sie ist, sondern wie sie empfunden wird. In den sedimentierten Schichten des Augenblicks wird das Kunstwerk selbst zur Essenz des Lebens. Ein in Schichten gebetteter Traum von Werden, Sein und Vergehen.