Palimpsest I
Hier treffen sich Zeit und Raum in einer stillen Konfrontation.
Das Verborgene schimmert durch, nicht als Makel, sondern als lebendiger Teil des Kunstwerks. Es erinnert uns daran, dass auch das Vollendete stets eine Geschichte des Werdens ist.
Der Palimpsest als Metapher lädt ein, die Kunst nicht nur in ihrer Oberfläche zu betrachten, sondern die Prozesse dahinter zu ergründen. Die Schichten eines Gemäldes stehen symbolisch für die Schichten des Seins, für das Wechselspiel von Vergänglichkeit und Erneuerung.
Was sehen wir wirklich, wenn wir vor einem Gemälde stehen? Nur die oberste Schicht, die fertige Komposition? Oder blicken wir tiefer und erkennen die verborgenen Fragmente, die Unvollkommenheit und die Kämpfe, die in jedem Kunstwerk mitschwingen?
2024 Acryl, Pastellkreide, Bleistift und Kohle auf Papier
21 x 29,7 cm
